„Psychisch belastete Kinder und Jugendliche verstehen und begleiten: kompetent handeln bei herausforderndem Verhalten“

Die Kinder- und Jugendhilfe sieht sich seit Jahren mit einer deutlichen Zunahme junger Menschen konfrontiert, die unter psychischen Beeinträchtigungen, emotionalen Belastungen oder komplexen psychosozialen Problemlagen leiden. Besonders im Bereich der Hilfen zur Erziehung wird sichtbar, dass immer mehr Kinder und Jugendliche nicht nur aufgrund familiärer Krisen oder sozialer Schwierigkeiten Unterstützung benötigen, sondern zusätzlich aufgrund diagnostizierter oder vermuteter psychischer Erkrankungen wie Angststörungen, Depressionen, Traumafolgestörungen, Entwicklungsstörungen oder Verhaltensauffälligkeiten. Diese Entwicklung stellt die bestehenden Angebote der Kinder- und Jugendhilfe vor neue Herausforderungen: Fachkräfte müssen verstärkt mit multiprofessionellen Teams zusammenarbeiten, pädagogische Konzepte anpassen und die Schnittstellen zur Kinder- und Jugendpsychiatrie sowie zu therapeutischen Angeboten enger gestalten. Gleichzeitig wächst der Bedarf an niedrigschwelligen, flexiblen und langfristig angelegten Unterstützungsformen, die sowohl die psychische Stabilisierung der jungen Menschen als auch die Stärkung ihrer familiären und sozialen Ressourcen in den Blick nehmen.

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Fort- und Weiterbildung
Tel: (030) 365 02 350
fort-weiterbildung@bbw-rki-berlin.de

Inhalte

In der Weiterbildung werden berufliche Erfahrungen und Fähigkeiten reflektiert, Neues erlernt und Altes hinterfragt, um junge Menschen in psychischen Krisenzeiten zu unterstützen und langfristig adäquat zu begleiten. Anzeichen und Ursachen von psychischen Erkrankungen werden thematisiert und traumasensibles Arbeiten fokussiert. Es wird vermittelt, wie in vermeintlich festgefahrenen Situationen und Dynamiken, neue Blickweisen und Aktivierungskonzepte, positive Sprache und neue Handlungsstrategien unterstützen können.

 

 

Modul 1: Rolle & Haltung: Grundlagen, professionelle Selbstklärung

Im Vordergrund stehen die eigene Rolle und das Thema: Biografie.

Dozentin: Fr. Kannenberg

Modul 2: Psychoedukation & Diagnosen: Diagnosenvielfalt/ Medikamentenkunde/ Begegnung der System Jugendhilfe/ Psychiatrie

Im Vordergrund steht das Thema: Psychoedukation und das Einordnen von Entwicklungskrisen sowie der Unterschied zwischen akute Krisen und langfristige Erkrankungen. Zudem werden Informationen zum Thema Medikamente aufbereitet und die Systeme Jugendhilfe und Psychiatrie besprochen.

Dozent:innen: Hr. Santangelo und Fr. Dr. Stoler

Modul 3: Umgang mit herausfordernden Verhaltensweisen: Ressourcenorientierung, positive Sprache, neue Handlungsmöglichkeiten 

Anhand der gezeigten Störungsbilder/ Erkrankungen werden Ableitungen für den pädagogischen Alltag entwickelt.  Positive und angemessene Sprache sowie Partizipation und Teilhabe werden als Lösungsansätze besprochen.

Der Focus liegt auf dem Thema: Ressourcen, positive Umdeutung und neue Handlungsmöglichkeiten.

Dozentin: Fr. Burmeister-Brandt

 

Modul 4: Theorie-Praxis-Transfer: Fallbesprechungen, Struktur und Sicherheit, Entwicklung einer Landkarte Jugendhilfe/Psychiatrie; Bildung als Teilhabe

Zentrales Thema des Moduls ist: den jetzigen pädagogischen Alltag weiterzuentwickeln und die Punkte: Sicherheit, einheitliche Strukturen, Bildung als Teilhabe mitzudenken. 

Zudem wird eine Berliner Landkarte zu den Systemen Psychiatrie und Jugendhilfe gezeichnet. Wie können Hinweise der Klinik in die Lebenswelt der stationären/ ambulanten Jugendhilfe übersetzt werden?   

Dozent:innen: Fr. Burmeister-Brandt und Fr. Dr. Koch

 

Modul 5: Familien einbeziehen: systemische Unterstützung

Eltern und Angehörige sind Teil des Systems und benötigen eine ausreichende Anerkennung ihrer Vielfalt, um neue Chancen zu erkennen. Im Modul werden Kommunikationsstrategien für den Umgang mit Familien entwickelt, unerkannte Unterstützungsmöglichkeiten erkannt und Hinweise der Klinik für Familien übersetzt. 

Dozentin: Fr. Dr. Koch

Modul 6: Teamprozessen und Abschluss: 

Themen des Abschlussmoduls sind: Teamkultur, Team als Vorbild, Resilienz der Fachkräfte sowie Teamressourcen und Netzwerkressourcen.

Am Abschlusstag werden nach kurzen Abschlusspräsentationen die Zertifikate übergeben.

Dozentin: Fr. Nölting

Teilnehmende

Zielgruppen: erfahrene pädagogische Fachkräfte aus dem Handlungsfeld der Hilfen zur Erziehung, Mitarbeiter:innen aus EGH-Einrichtungen für Minderjährige, Erzieher:innen der Kinder und Jugendpsychiatrien sowie Mitarbeiter:innen der BBW-Internate.

Teilnahmevoraussetzungen

Staatlich anerkannte Erzieher:innen oder gleichwertige pädagogische Qualifikation; Tätigkeit in der Kinder- und Jugendhilfe, 2 Jahre Berufserfahrung sind nützlich.

Dauer

24.11.2026 bis 2. Juli 2027

96 Zeitstunden (60 Minuten) / 12 Tage– berufsbegleitend

Abschluss

Zertifikat

Kosten

995, - € (inklusive zwei Supervisionsterminen)

Ort

Modul 1: Fort- und Weiterbildung in der Meeraner Straße 5 in 12681 Berlin

Modul 2: Rotkreuz-Institut in Kladow

Modul 3: SFBB / Jagdschloss Glienicke

Modul 4: Rotkreuz-Institut in Kladow

Modul 5: Fort- und Weiterbildung in der Meeraner Straße 5 in 12681 Berlin

Modul 6: SFBB / Jagdschloss Glienicke

Supervision Gruppe 1: wird noch bekannt gegeben

Supervision Gruppe 2: wird noch bekannt gegeben

Termine

Modul 1: 24. Und 25. November 2026

Modul 2: 11. und 12. Januar 2027

Modul 3: 11. und 12. März 2027

Modul 4: 05. und 06. April 2027

Modul 5: 27. und 28. Mai 2027

Modul 6: 1. und 2. Juli 2027

 

Supervision Gruppe 1: wird noch bekannt gegeben

Supervision Gruppe 2: wird noch bekannt gegeben

Anmeldung